DER FLUSS EINER ATEM SITZUNG

Die Wahl einer Atemarbeitsmethode:

Wenn Sie Ihre Reise in die Atemwelt beginnen, ist diese Erfahrung für Sie allein. Es gibt viele Möglichkeiten zu wählen, wo der Anfang und Schlüssel ist, folgen Sie Ihrer Intuition. Es gibt keinen richtigen oder falschen Ort, um zu beginnen. Sie als Atmende entscheiden – basierend auf Intuition und Erfahrung – mit welcher Technik Sie üben möchten und mit welcher BegleiterIn.

IBF empfiehlt denjenigen, die neu in die bewusste verbundene Atmung einsteigen, an einer Einzel- oder Gruppensitzung mit einem qualifizierten Atemtherapeuten teilzunehmen. Die IBF Science and Research Group bietet eine Klassifizierung der Atemarbeitsmodalitäten: Die Kunst der Atemarbeit, die Ihnen helfen kann, Sie zu führen.

  • Vertrauen Sie Ihrer Intuition, um Sie zu der Methode und der BegleiterIn zu führen, die Sie am besten unterstützen.
  • Alle Atemarbeit-Begleiter werden ermutigt, vorab zu umreissen:
    • Welche Technik sie anbieten
    • Welche Absicht oder Ziel ihre spezielle Methode hat
    • Welche anderen Modalitäten die Sitzung beinhaltet – insbesondere sollte erwähnt werden, ob Körperarbeit oder Berührung beteiligt sind 
    • Wie der Begleiter selbst mit der Atmung interagiert.

Die Rolle eines Begleiters oder Atemtherapeuten:

  • Atemarbeit wird üblicherweise mit einem Atemtherapeuten, Begleiter oder Partner praktiziert. Deren Aufgabe ist, nachhaltige Präsenz zu wahren, sowie bedingungslose Akzeptanz und Unterstützung.
  • Begleiter  beobachten und geben Feedback, um die Atmung im Prozess zu unterstützen. Dies kann Berührung, Anweisungen, Affirmationen, Augenkontakt, oder andere Modalitäten beinhalten.
  • Es ist nicht die Aufgabe der Begleiter, die Sitzung beeinflussen. Sie vertrauen darauf, dass sich die Sitzung so entfalten wird, wie es von selbst geschieht und sie handeln mit der klaren Absicht, den Atmenden zu unterstützen.
  • Wenn ein Begleiter etwas tut, mit dem Sie sich nicht wohlfühlen – atmen Sie weiter. Heben Sie Ihre Hand, um zu kommunizieren, was Sie brauchen, und vertrauen Sie darauf, dass Ihre BegleiterIn Ihre Präferenz ohne Urteil akzeptiert.

Der Fluss einer bewusst verbundenen Atemarbeitssitzung:

Vorbereitung:

  • Vor der Sitzung wird die BegleiterIn eine sichere und unterstützende Umgebung schaffen.
  • Die BegleiterIn gibt Auskunft über ihre Methode, und erzählt was  sie selbst während der Sitzung erwartet und was von Ihnen als Klient erwartet wird.
  • Die BegleiterIn lädt  Sie ein, Fragen zu stellen.
  • Die BegleiterIn wird Ihre Zustimmung einholen, um mit Ihnen mit einer spezifischen Methode zu arbeiten.
  • Begleiter können Sie einladen, vor der Sitzung eine positive Absicht oder ein wünschenswertes Ergebnis auszudenken. Das Erstellen einer Absicht kann Ihnen helfen, indem sie während der Atemsitzung als Fokus und Anker dient.
  • Es steht Ihnen frei, eine Sitzung während der Vorbereitung zu verlassen wenn Sie das Gefühl haben, dass dies nicht das Richtige für Sie ist.

Aktivierung:

  • Die Sitzung beginnt, sobald die KlientIn ihren Atem verbindet und dauert so lange an, wie dieses verbundene Atemmuster anhält.
  • Bewusste Verbindung des Atems kann einen veränderten Bewusstseinszustand schaffen und dies kann sehr schnell geschehen.
  • Was auch immer während der Sitzung für Sie geschieht ist das, was gerade erforderlich ist. Ihre einzige Verantwortung ist, weiter zu atmen und sich selbst zu respektieren und zu achten.
  • Sobald Sie Ihren Atem verbinden, liegt Ihre Sicherheit und die Sicherheit des Rests der Gruppe in der Verantwortung des Sitzungsleiters, bis die gesamte Gruppe ihren Prozess abgeschlossen hat.
  • Sie können als KlientIn eine Atemsitzung jederzeit stoppen, aber es wird empfohlen, dass Sie im Raum bleiben und die Sitzung nicht verlassen, nachdem die Atemübung begonnen hat.

Öffnung

  • Während der gesamten Sitzung können körperliche Empfindungen, Emotionen, Gedanken und spirituelle Erfahrungen entstehen. Die Praxis des bewussten verbundenen Atmens besteht darin, durch diese Erfahrungen zu atmen und mitfühlend mit ihnen präsent zu sein. Was auch immer passiert, atmen Sie weiter!
  • Manchmal wird ein tiefgreifender Wandel passieren und es kann sich notwendig für Sie anfühlen, diese Empfindungen durch Tränen, Lachen oder durch Bewegungen loszulassen. Öffnung kann ein Gefühl der Katharsis erzeugen.
  • Je nach Methode wird die Öffnung auf unterschiedliche Weise verarbeitet.
  • Bei der IBF respektieren wir uns selbst und unsere Mitmenschen mit dem Vertrauen, dass alles was ausgedrückt wird, notwendig und relevant ist –  und wir uns weiterhin durch unseren eigenen Prozess “durch atmen”.
  • Manchmal gerät eine KlientIn in einen Kreislauf von Geräusch oder Bewegungen, um ein Gefühl zu vermeiden, das sich für sie während der Atemübung einstellt.
  • Nur die atmende KlientIn kann wissen, was in ihrer Erfahrung vor sich geht.
  • In einigen Situationen kann ein Begleiter sie zum “weiter Atmen” oder zum Erzeugen von Tönen bewegen. Dies macht er nicht, um Ihre Erfahrung zu unterbrechen, sondern es ist eine Einladung, wieder zum Atem zurückzukehren, um Sie durch das zu bewegen, was Sie erfahren.

Integration:

  • Gegen Ende der Session können Sie feststellen, dass Sie (oder im Fall einer Gruppensitzung die ganze Gruppe)  in eine Phase der Entspannung übergehen. Diese Zeit ist heilig und lässt tiefes Bewusstsein und Einsichten für die Atmenden entfalten.
  • Integration ist ein Prozess, durch den wir die gesamte Bedeutung und den Wert von allem, was geschehen ist, verstehen. Integration ist ein äusserst wichtiger Teil der bewusst verbundenen Atemarbeits Praxis. Sie dauert oft für Stunden oder Tage nach einer Sitzung an.

Nach der Sitzung:

  • Es ist wichtig, viel Wasser zu trinken, um wieder zu rehydratisieren und alle Giftstoffe loszulassen, die möglichwerweise durch die Atemarbeit freigesetzt wurden. Sie könnten sich müde oder energetisiert, emotional oder freudig fühlen. Was auch immer geschieht, seien Sie sanft mit sich selbst und hören Sie auf Ihren Körper.
  • Bei manchen Konferenzen und Trainingsveranstaltungen gibt es täglich mehrere Möglichkeiten für Atemsitzungen. Es ist wichtig, Ihre eigene Zeit zu beachten und zu respektieren, wie lange Sie zwischen den Sitzungen benötigen, um zu verarbeiten und zu integrieren.
  • Wenn etwas ausgelöst wurde und Sie Unterstützung wünschen, können Sie sich jederzeit an die Gruppentrainer oder Ihre EinzelbegleiterIn wenden. Oft ist es hilfreich, weiter verbunden zu Atmen und manchmal ist es das nicht. Wir laden Sie ein, Tagebuch zu führen und um Unterstützung zu bitten, wenn Sie diese brauchen.

Zusammengestellt von Dr. Pippa Wheble & Dr. Ela Manga, IBF Science & Research Group

Mit Dank an Judee Gee, IBF Professional Member

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